Kontakt

Jugendberufshilfe
Lebenshilfe St. Wendel
Tholeyer Str. 53 – Tritschlerkaserne
66606 St. Wendel

Ansprechpartner
Tanjeff Mansmann 
(Abteilungsleitung)
Tel. 06851 8000-888
Fax 06851 8007-629


Mach Mit!



Traumberuf trotz Lernbehinderung

Was ist die Jugendberufshilfe?

Bild Jugendberufshilfe

Im Rahmen der Frühförderung und der ambulanten Jugendhilfe betreute und begleitete unser Familienhilfezentrum immer öfter Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderung oder Lernbeeinträchtigungen. Nach Abschluss der Schule für Lernbehinderte war es immer sehr schwierig, für diesen Personenkreis eine adäquate Berufswegeplanung zu organisieren. Viele Schüler absolvierten noch ein Berufsvorbereitungsjahr an einer entsprechenden Berufsschule. Die anschließende Suche nach einem Ausbildungsplatz war in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt, so dass viele dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen schließlich in den Werkstätten für Behinderte arbeiteten, wo sie größtenteils unterfordert waren.



Der seit 2007 bestehende Fachbereich „Jugendberufshilfe“ ist aktuell die jüngste Organisationseinheit der Lebenshilfe St. Wendel. 

Bestehend aus den Arbeitsfeldern 

1. Behindertenspezifische Berufsvorbereitungsmaßnahme und 
2. Kooperative alternierende Berufsausbildung

bietet sie ein breit gefächertes Angebot sozialer Dienstleistungen für Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Förderbedarf.


1. BvB-Reha

Zielgruppe unserer Behindertenspezifischen Berufsvorbereitungsmaßnahme (BvB-Reha) sind Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernbehinderung und/oder psychischer Behinderung.

Um dem besonderen Förderbedarf dieser jungen Menschen gerecht zu werden, gilt unser Augenmerk insbesondere den Förderbereichen:

Lernfähigkeit und Lernverhalten
Motivation und Arbeitsverhalten
Persönlichkeitsentwicklung und Sozialverhalten
Schulische Kenntnisse
Sprachentwicklung
Motorik und Koordination
Gesundheit

In der 11 bis max. 18 Monate dauernden Maßnahme werden unsere Teilnehmer fachpraktisch in den Berufsfeldern 

  • Hotel/Gaststätte/Hauswirtschaft
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Farbe/Raumgestaltung

auf eine spätere Ausbildung bzw. die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses vorbereitet.

Dazu gehört auch eine berufsnahe theoretische Unterweisung. An zwei Tagen in der Woche findet daher fachtheoretischer und allgemein bildender Unterricht statt. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer in Kleingruppen individuellen Stütz- und Förderunterricht um schulische Defizite aufarbeiten zu können. 

Die sozialpädagogische Begleitung dient der persönlichen Stabilisierung der Jugendlichen und unterstützt sie in ihrer konkreten Lebenssituation.

Eine gezielte Bildungsbegleitung zur Sicherung des Eingliederungserfolges, Bewerbungstraining, Medientraining, EDV-Unterricht, Sprachförderung und Projektangebote runden das pädagogische Konzept ab.

Unsere Maßnahme beginnt mit einer 6–9-wöchigen Eignungsanalyse, die der Feststellung des Leistungspotenzials der Teilnehmer dient. Danach gelangen die Jugendlichen in die Grundstufe. Sie dient der weiteren beruflichen Orientierung, der Erlangung erster beruflicher Grundkenntnisse, der gezielten Förderung im schulischen Bereich sowie im Arbeits- und Sozialverhalten. Sollte nach Durchlaufen der Grundstufe noch weiterer grundlegender Unterstützungsbedarf bestehen, wird diesem im Rahmen der Förderstufe begegnet. In der Übergangsqualifizierung kann bisher Gelerntes in der betrieblichen Praxis erprobt werden. Hier werden die Jugendlichen gezielt für den Übergang in Arbeit oder Ausbildung vorbereitet.

Die Zuweisung zu unserer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme erfolgt durch die Agentur für Arbeit Neunkirchen.


2. Kooperative alternierende Berufsausbildung

In unserem Modelprojekt „Kooperative alternierende Berufsausbildung“ absolvieren derzeit 16 Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernbehinderung eine Ausbildung in den anerkannten Ausbildungsberufen:

  • Bauten- und Objektbeschichter
  • Fachwerker im Garten- und Landschaftsbau
  • Hauswirtschaftshelfer
  • Verkäufer

Alle unsere Azubis haben im Vorfeld eine auf 9 Monate verkürzte Berufsvorbereitungsmaßnahme absolviert und wurden dabei gezielt auf die Ausbildung vorbereitet. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die Entwicklung und Förderung von Schlüsselkompetenzen als berufsübergreifende Kompetenzen.
Die Entwicklung von Kompetenzen im Rahmen einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung stellt eine fortlaufende Querschnittsaufgabe dar und wird während der gesamten Ausbildung weiter gezielt gefördert:

  • Persönliche Kompetenzen (z.B. Motivation, Leistungsfähigkeit, aber auch Selbstbild, Selbsteinschätzung, Selbstsicherheit, Offenheit, Wertehaltung, Empathie)
  • Soziale Kompetenzen (z.B. Kommunikation, Kooperation/Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit)
  • Methodische Kompetenzen (z.B. Problemlösung, Arbeitsorganisation, Lernfähigkeit, Einordnung und Bewertung von Wissen)
  • Lebenspraktische Fertigkeiten (z.B. Umgang mit Behörden, Umgang mit Geld, Hygiene, Tagesstruktur, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Einkauf, Selbstversorgung, Erscheinungsbild, Freizeitgestaltung)
  • Interkulturelle Kompetenzen (z.B. Verständnis und Toleranz für sowie Umgang mit anderen Kulturen, Traditionen und Religionen)
  • IT- und Medienkompetenz (selbständige Anwendung und zielgerichtete Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken sowie Printmedien)

Die fachpraktische Ausbildung findet an drei Tagen in der Woche am Lernort der Kooperationsbetriebe statt. Diese ausgewählten Kooperationsbetriebe verfügen alle über die Ausbildungseignung nach §§ 27 ff BBiG/21 ff HWO und sind in der Lage, den besonderen Belangen der Teilnehmer gerecht zu werden. 
An zwei Tagen in der Woche findet Berufschulunterricht bzw. fachtheoretische Unterweisung statt. In Kooperation mit den Berufsschulen des Landkreises konnten wir eigene Berufschulklassen bilden. Bei einer maximalen Klassengröße von 7 Schülern herrscht somit ein optimales Lernklima am Lernort Berufsschule. 

Der Erwerb von fachtheoretischen und -praktischen sowie allgemein bildenden Kenntnissen wird durch den Einsatz von Stütz- und Förderunterricht in Absprache mit den Kooperationsbetrieben und den Berufschullehrern abgesichert. Den Auszubildenden werden die zur Ausbildung erforderlichen fachtheoretischen und -praktischen sowie allgemeinbildenden Inhalte zielgruppen- und voraussetzungsgerecht vermittelt.



Den Auszubildenden werden neue Lernmöglichkeiten eröffnet. Dabei werden Inhalte und Zusammenhänge aufgezeigt, verdeutlicht und dauerhaft in das Wissens- und Handlungspotenzial übernommen. Der Unterricht wird  individuell eingesetzt und mit anderen Lernsituationen verzahnt.

Die Teilnehmer werden durch gezielte Aktivitäten auf die jeweilige Zwischen-, Teil- bzw. Abschlussprüfung vorbereitet. Neben der fachlichen Vorbereitung ist auch ein spezielles Training im Umgang mit Prüfungsstress, Prüfungsangst und Prüfungsdruck vorgesehen.

Ziel der sozialpädagogischen Begleitung ist die nachhaltige Stabilisierung des Auszubildenden, um eine möglichst dauerhafte berufliche Integration zu erreichen. Sie fördert die beruflichen sowie sozialen Handlungskompetenzen und unterstützt die Entwicklung des Teilnehmers in Bezug auf die Anforderungen der Arbeits- und Lebenswelt.
Ausgehend von der Feststellung der persönlichen Fähigkeiten und individuellen Bedürfnisse wird die sozialpädagogische Begleitung bedarfsorientiert über die gesamte Maßnahmedauer eingesetzt sowie an den unterschiedlichen Lernorten bereit gestellt. Ausgerichtet an einer individuellen Förderplanung gehören zu den sozialpädagogischen Angeboten insbesondere:
  • Krisenintervention
  • Konfliktbewältigung
  • Elternarbeit
  • Alltagshilfen
  • Entwicklungsfördernde Beratung und Einzelfallhilfe
  • Verhaltenstraining
  • Suchtprävention
  • Angebote zur Förderung der Selbständigkeit
  • die enge Zusammenarbeit und der Informationsaustausch mit den an der Ausbildung Beteiligten
  • Regelmäßige Sprechstundenangebote
  • Projektarbeit



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