Kontakt
Über 40 Jahre Lebenshilfe Kreisvereinigung St. Wendel e.V.

Rund ein Jahr nach der Vereinsgründung eröffnete die Lebenshilfe im Juni 1967 ihre erste Tagesstätte für behinderte Menschen in St. Wendel, Gymnasialstraße. Viele Jahre später folgte der Umzug in die alte Schule nach Reitscheid. Die ersten Jahre des Vereinsbestehens waren für die Verantwortlichen Jahre der Improvisation. Die Räumlichkeiten waren stets zu klein, die materielle Ausstattung und die finanziellen Mittel rar. Mit großem Engagement des Vorstandes und der Mitarbeiter wurden in diesen „Grundjahren“ viele Probleme gelöst.
Aus ganz bescheidenen Anfängen hat sich ein modernes Dienstleistungsunternehmen mit über 20 Millionen Euro Jahresumsatz entwickelt, das für die behinderten Menschen der Region nahezu unverzichtbar geworden ist. Heute kümmern sich mehr als 580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viele geringfügig Beschäftigte, Auszubildende, Zivildienstleistende, Praktikanten und ehrenamtliche Helfer in den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern um über 1.000 geistig oder körperlich behinderte Menschen. Sie entlasten deren Familien und Angehörigen und sorgen für die Integration der behinderten Menschen in die Gesellschaft.
Chronik
November 1966
Anmietung von Räumen im damaligen Mädchenrealgymnasium St. Wendel, Gymnasialstraße 16, zur Einrichtung einer Tagesstätte.
Juni 1967
Aufnahme der Betreuung von sechs Kindern in der Tagesstätte in zwei Gruppen. Im September ist die Tagesstätte vollständig belegt mit 42 Behinderten im Alter von 5 bis 20 Jahren.
Herbst 1971
Umzug der Lebenshilfe mit allen Einrichtungen nach Reitscheid. Zu Beginn werden 30 behinderte Erwachsene in der dortigen Tagesstätte betreut.
November 1978
Eröffnung eines Sonderkindergartens für geistig Behinderte.
September 1980
Der neu eingerichtete Frühförderdienst beginnt mit einer sozialpädagogischen Fachkraft die Arbeit.
Mai 1984
Umzug der Lebenshilfe mit allen Einrichtungen in das renovierte Gebäude in Urweiler.
In der Tagesstätte werden 46 Behinderte betreut.
September 1985
Die Frühförderstelle wird in neue Räume in die Urweilerstraße verlegt.
Ende 1989
Ankauf des ehemaligen Schlachthofgeländes in St. Wendel, Werkstraße, zum Bau eines Lebenshilfezentrums für geistig Behinderte.
November 1990
Beginn der Umbauarbeiten am ehemaligen Verwaltungsgebäude des Schlachthofes St. Wendel.
Februar 1991
Einzug der Frühförderstelle in die renovierten Räume in der Werkstraße.
Die Frühförderstelle betreut zwischenzeitlich 85 Kinder.
März 1991
Die Bauarbeiten zum Neubau des Lebenshilfezentrums beginnen. Dort sollen Frühförderstelle, Tagesstätte, Sonderkindergarten, Familienentlastender Dienst und Freizeitstätte für geistig Behinderte untergebracht werden.
September 1992
Einzug der Frühförderstelle, der Tagesstätte, des Sonderkindergartens, des Familienentlastenden Dienstes sowie der Freizeitgruppen in das neue Lebenshilfezentrum.
Die Aufgaben der Lebenshilfe nehmen zu. Der ehrenamtliche Vorstand kann die Aufgaben nicht mehr bewältigen. Hermann Scharf wird als Geschäftsführer eingestellt.
Die Lebenshilfe hat 300 Mitglieder.
Januar 1993
Die Therapeutische Wohngruppe mit zunächst sechs Personen, die bis dahin wegen Verhaltensauffälligkeiten im Landeskrankenhaus Merzig untergebracht waren, bezieht das Wohnheim in der Urweiler Mühle.
Im Oktober ist die Mühle voll belegt. Zur Therapeutischen Wohngruppe kommen 15 weitere Bewohner(innen), die meist vorher schon die Tagesstätte besuchten.
November 1995
Der wachsende Bedarf an Plätzen und erweiterte Betreuungsangebote machen eine Erweiterung und Umbauarbeiten im Lebenshilfezentrum notwendig.
Die Frühförderstelle für entwicklungsverzögerte Kinder wird ebenso ausgebaut wie die Tagesförderstätte.
Mai 1996
Der „Integrative Kindergarten“ wird im Lebenshilfezentrum eröffnet.
Neben den 28 behinderten Kindern werden nunmehr 30 nichtbehinderte Kinder betreut.
Somit wird der Integrationsgedanke umgesetzt.
September 1996
30 Jahrfeier der Lebenshilfe im Lebenshilfezentrum.
Januar 1998
Gründung der gemeinnützigen Gesellschaft „Lebenshilfe für geistig Behinderte Kreis St. Wendel gGmbH“.
April 1998
Im „Haus Paqué“ in der Werkstraße werden elf Wohnheimplätze eingerichtet.
November 1999
Die Urweiler Mühle wird durch einen dreistöckigen Neubau ergänzt. Ministerpräsident Peter Müller führt den obligatorischen 1. Spatenstich aus.
Dezember 2000
Der Neubau an der Urweiler Mühle ist fertig gestellt. Die Bewohner ziehen aus dem Altbau in den Neubau um.
Hier sind jetzt die Therapeutische Wohngruppe und drei weitere Gruppen von je zehn Personen untergebracht.
Januar 2001
Beginn der Umbauarbeiten am Altbau der Urweiler Mühle.
August 2001
Klaus Schreiner wird als weiterer Geschäftsführer eingestellt.
April 2002
Die Lebenshilfe St. Wendel, der Saarländische Schwesterverband, die Steyler Missionare und das Werkstattzentrum für Behinderte Spiesen-Elversberg gründen die Wendelinushof gGmbH, das grüne Werkstattzentrum für behinderte Menschen.
Am 1. Oktober nehmen die ersten neun behinderten Mitarbeiter in der Gärtnerei die Arbeit auf.
Juli 2002
Das Familienhilfezentrum veranstaltet auf dem Gelände des Lebenshilfezentrums erstmals ein „Integratives Schülerferienfest“.
April 2002
Der Erweiterungsbau an der Urweiler Mühle ist fertiggestellt.
Frühjahr 2003
Das ehemalige Kühlhaus des Schlachthofes wird zu einer Sport- und Kulturhalle umgebaut.
Juni 2003
Offizielle Einweihung der Wohnstätte „Urweiler Mühle“, die im Gedenken an den 1998 verstorbenen damaligen 2. Vorsitzenden der Lebenshilfe St. Wendel „Haus Günther Wegmann“ getauft wird.
Dort leben nun in sechs Gruppen 59 geistig oder mehrfach behinderte Menschen.
Juli 2003
In der Schmollstraße wird das erste Familienhilfezentrum im Landkreis St. Wendel eröffnet.
September 2003
Einweihung des behindertengerechten Natur- und Erlebnisspielplatzes am Lebenshilfezentrum in der Werkstraße.
Oktober 2003
Das „Ambulant Betreute Wohnen“ wird eingerichtet.
Erstmals im Saarland wechseln vier Menschen mit geistiger Behinderung aus einer stationären Einrichtung in eigene Appartements in der Schmollstraße und führen hier ein weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben.
Oktober 2003
Mit der „integrativen Krabbelgruppe“ bieten wir behinderten und nicht behinderten Kindern und deren Eltern einmal pro Woche Gelegenheit zum Kennenlernen, Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Spielen.
November 2003
Das Familienzentrum richtet die „1. St. Wendeler Spielemesse“ im Lebenshilfezentrum aus.
März 2004
Ministerpräsident Peter Müller nimmt den Spatenstich zur Errichtung einer neuen Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen in der Schmollstraße 1 vor.
September 2004
Das Familienhilfezentrum organisiert das erste „Integrative Schülerfest“, bei dem die Schüler der Gymnasien und der Realschulen mit den Schülern der Förderschulen gemeinsam feiern und sich gegenseitig kennenlernen.
Der Erfolg dieser Veranstaltung zeigt uns den Weg, dieses regelmäßig mit dem Arnold-Jansen-Gymnasium zu organisieren.
Januar 2005
Die Kinderkrippe in der Beethovenstraße wird eröffnet. 12 Babys und Kleinkinder bis 3 Jahre können hier betreut werden. Wenig später kommt eine zweite Kinderkrippe in der Schmollstraße hinzu.
Mai 2005
Nach nur etwas mehr als einjähriger Bauzeit wird die neue Wohnstätte „Haus August-Ludwig und Hanni Deppe“ in der Schmollstraße 1 bezogen.
50 behinderte Menschen finden hier ein neues Zuhause.
Oktober 2005
Die Lebenshilfe St. Wendel übernimmt das operative Geschäft der Lebenshilfe Kreisvereinigung Merzig-Wadern.
43 Arbeitsplätze und 164 Betreuungsplätze können so erhalten werden.
Dienststellenleiter wird Diplom-Sozialarbeiter Joachim Lupp.
November 2005
Bei der Benefiz-Gala zu Gunsten der Lebenshilfe St. Wendel jubeln 800 Zuschauer im vollen Saalbau St. Wendel Akteuren wie den Magic Artists oder den Schwiegersöhnen zu.
Januar 2006
Die Familienhilfestelle wird ein wichtiger Partner des Landkreisprojektes „Sozialraumorientierte Jugendhilfe“ in der Stadt St. Wendel und in der Gemeinde Freisen.
März 2006
Im Rahmen des Sozialraumprojektes des Landkreises St. Wendel wird im Dorfkern von Freisen ein Familienberatungszentrum für die Gemeinde eröffnet.
Die zweite Kinderkrippe mit 10 Plätzen für Kinder von 8 Wochen bis zum Eintritt in den Kindergarten wird in einem eigens dafür umgebauten Haus in der Schmollstraße eröffnet.
Mai 2006
Der Integrative Kindergarten feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Es ist ein Erfolgsmodell!
Die ersten Menschen mit Behinderungen im Landkreis Merzig-Wadern ziehen in eigene Appartements in der Trierer Straße und werden ambulant vom Fachdienst „Selbstbestimmtes Wohnen“ betreut.
Juni 2006
Offizielle Einweihung des Wohnheimes „Haus August-Ludwig und Hanni Deppe“.
Juli 2006
Im Verwaltungstrakt des Lebenshilfezentrum wird es zu eng; die Geschäftsführung zieht in neue Räume in der Parkstraße neben Kerzen Pazen um.
November 2006
Die Lebenshilfe St. Wendel feiert in Oberthal in der Bliestalhalle ihr 40-jähriges Bestehen mit über 400 Gästen und einem tollen Rahmenprogramm.
Januar 2007
Die Betriebsstätte Merzig-Wadern wird um die Abteilungen Familienentlastender Dienst und Familienhilfestelle erweitert.
August 2007
Durch die beengte räumliche Situation bauen wir ein Zweifamilienhaus in der Josef-Bruch-Straße für eine Integrative Gruppe des Kindergartens behinderten- und kindgerecht um.
Die 18 Kinder, die Eltern und die Mitarbeiterinnen sind von der tollen, einzigartigen Atmosphäre begeistert.
Die Globusstiftung bezuschusst eine Sozialpädagogenstelle für den Bereich Ausbildungsplatzcoaching.
Jungen Menschen soll durch die enge persönliche und fachliche Beratung eine bessere berufliche Orientierung gegeben werden.
Oktober 2007
Der Verein richtet eine Beratungsstelle mit Büro in der Parkstraße ein. Neben der materiell-rechtlichen Beratung erfolgt eine psycho-soziale Beratung für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige.
Die angebotenen Leistungen werden von Anfang an stark nachgefragt und der Bereich wächst stetig.
Nach dreijähriger Vorbereitungszeit gehen wir in der Jugendberufshilfe neue Wege für junge Menschen mit Lernbehinderung.
In der Grundschule Niederlinxweiler beginnen wir mit 20 Teilnehmern in fünf Berufssparten im Bereich Berufsvorbereitung.
Ein großzügiger Zuschuss der Globusstiftung ermöglicht erst die Umsetzung dieses Projektes.
November 2007
In der Stadtmitte von Kusel wird ein Familienhilfezentrum in Kooperation mit der Lebenshilfe Kusel eröffnet.
In einer zweitägigen Veranstaltung gestaltet die Betriebsstätte Merzig-Wadern im Landratsamt eine sehr gut besuchte Spielemesse und der Verein feiert an gleicher Stelle sein 40-jähriges Bestehen.
Januar 2008
Im Auftrag der Gemeinde Freisen wird im Rathaus die Stelle einer Jugendbeauftragten installiert.
Februar 2008
Nach dreimonatiger Vorbereitungszeit wird im Jugendamt St. Wendel ein Curriculum zur Schulung von Tagesmüttern vorgelegt und im März 2008 mit Leben gefüllt.
Bis zum Oktober 2008 werden in zwei Kursen 40 Personen geschult. Der Auftraggeber und die Nutzerinnen und Nutzer loben unsere Arbeit sehr.
März 2008
8 behinderte Menschen ziehen aus dem Wohnheim „Haus August-Ludwig und Hanni Deppe“ in zwei Wohngemeinschaften mit fünf bzw. drei Plätzen.
Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Binnendifferenzierung des Bereiches Selbstbestimmtes Wohnens. Der mutige Schritt wird damit belohnt, dass sich alle Bewohnerinnen und Bewohner sehr wohl fühlen.
Ohne das besondere Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Unterstützung des Landesamtes und des Sozialministeriums hätte das Ganze nicht funktioniert.
Juni 2008
Zum ersten Mal treffen sich im Landkreis Merzig-Wadern Menschen mit Behinderungen zur regelmäßigen Freizeitgestaltung.
Schnell entsteht ein facettenreiches, auf Integration angelegtes Angebot, das von den angesprochenen Menschen bestens angenommen wird.
Juli 2008
Nach zweijähriger Schulung treten in allen Gruppen der Wohnheime die neuen Dienstpläne, die einen Umbruch in unserem Personaleinsatz- und Planungssystem darstellen, in Kraft.
Das Ganze ist wegweisend.
August 2008
In den neuen Räumen im Konversionsgelände beginnen 16 lernbeeinträchtigte junge Menschen die so genannte „Modulare Ausbildung“ in vier Berufsbildern.
Einen Monat später kommen 22 junge Leute in die Berufsvorbereitung.
Das Projekt wird wiederum, neben staatlichen Kostenträgern, von der Globusstiftung unterstützt.
Oktober 2008
Wir feiern 5 Jahre Selbstbestimmtes Wohnen und haben als einziger Träger im Saarland die Vorgaben des Landesbehindertenplanes umgesetzt. Dieser besagt, dass in einem Kreis mindestens 25 % der behinderten Menschen in einer ambulanten Wohnform betreut werden sollen.
Bei uns werden 38 Menschen ambulant und 107 Menschen stationär betreut.
Februar 2009
In der Werkstraße 10 wird nach Umbauarbeiten eine krankengymnastische Praxis eröffnet, die ein wichtiger Baustein der interdisziplinären Frühförderung und unseres gesamten Betreuungsangebotes ist.
März 2009
In Merzig wird nach langen Verhandlungen in einem eigens dafür umgebauten Haus eine integrative Kinderkrippengruppe mit 10 Plätzen eröffnet.
April 2009
Die steigenden Nutzerzahlen der Freizeitgruppen bzw. der steigende Bedarf an Angeboten, bedingen die Anmietung der Schule Niederlinxweiler.
Die Stadt St. Wendel tätigt umfangreiche Umbauarbeiten, um behinderten- und rollstuhlgerecht agieren zu können.
Die Eröffnung ist ein Paradebeispiel für gelungene Arbeit für Menschen mit Behinderungen im Freizeitbereich und für gelebte Integration.
August 2009
Nach sechsmonatigen Vorbereitungen und zähen Verhandlungen mit den Kostenträgern beginnen wir im Rahmen eines Spatenstiches mit dem Neubau der integrativen Kindertagesstätte.
Ein Vision wird wahr: Endlich bekommen wir ein geeignetes Raumprogramm und alle Gruppen des Kindergartens sind unter einem Dach.
Der Bau der Sporthalle wird durch das Konjunkturprogramm bezuschusst.
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